Die S 4 nach Dombühl blank1. Geschichte der Bahnlinie Nürnberg -  Crailsheim
blank2. Planung und Bau der S4 nach Dombühl
blank3. Die Bauarbeiten in Leutershausen-Wiedersbach
blank4. Die Bauarbeiten in Dombühl (Ostseite)
blank5. Die Bauarbeiten in Dombühl (Westseite)
blank6. Inbetriebnahme und feierliche Eröffnung

 

1. Die Geschichte der Bahnlinie Nürnberg - Ansbach - Crailsheim  

Erste Planungen für die Bahnlinie von Nürnberg nach Stuttgart orientierten sich mit einer Trasse über Fürth und Zirndorf nach Ansbach an den vorhandenen Landstraßen. Eine starke Interessengruppe aus Stein mit dem Unternehmer Lothar von Faber an der Spitze setzte aber eine direktere und aufwändigere Linienführung südlich von Fürth durch. Am 15.5.1875 wurden die knapp 44 km von Nürnberg bis Ansbach eröffnet, einen Monat später folgte die Verlängerung nach Dombühl und am 15.4.1876 über die bayerisch-württembergische Staatsgrenze nach Crailsheim.  

Der Abschnitt Ansbach - Crailsheim wurde aus strategi-schen Gründen (als „Aufmarschstrecke“ nach Frankreich) gleich zweigleisig gebaut. Bis 1888 erreichte das „Doppelgleis“ Nürnberg. Der Verkehr nahm stetig zu und sah auch hochwertige Schnellzüge wie den Paris-Karlsbad-Express.

Zwischen Ansbach (km 43,4 ab Nürnberg) und Crails-heim (90,4)  gab es neun Stationen, an denen Fahrgäste ein- und aussteigen konnten: 46,9 Schalkhausen, 50,3 Len-genfeld (Mfr), 52,1 Neunkirchen (b Ansbach), 53,8 Leuters-hausen-Wiedersbach, 57,6 Büchelberg, 67,1 Dombühl (mit 473 m über Meeresspiegel der höchste Punkt), 73,1 Zumhaus, 78,4 Schnelldorf ( - 80,1 Staatsgrenze -) 82,4 Ellrichshausen.

Bild nebenan: Der Bahnhof Leutershausen-Wiedersbach um 1980 (www.woernitz-franken.de)

 

Die Bayerische Staatseisenbahn eröffnete die 54,1 km lange Verbindung Dombühl - Nördlingen in drei Abschnitten:  Dombühl - Feuchtwangen 15.4.1876, Nördlingen - Dinkelsbühl 2.7.1876 und das Zwischenstück am 1.6.1881.  

Am 1.8.1905 folgte die 25,6 km lange Nebenbahn Dombühl - Rothenburg. Wegen geringer Nachfrage legte die Deutsche Bundesbahn (DB) sie schon 1971 still und baute bald darauf das Gleis zwischen Wörnitz und Gebsattel ab. Auf den Gleisresten stellte die DB noch bis etwa 1990 nicht benötigte Güterwagen ab.  

In Leutershausen-Wiedersbach zweigte ab 1903 die 22,7 km lange Nebenbahn über Herrieden nach Bechhofen ab. Der letzte planmäßige Personenzug fuhr schon am 28.11.66, der letzte Güterzug folgte am 31.5.70. Die DB baute das Gleis 1970/71 bis Neunstetten und 1972 bis kurz vor Wiedersbach ab. Auch dort standen noch bis 1983 nicht benötigte Güterwagen.  

Am 19.5.1972 nahm die DB den elektrischen Betrieb zwischen Nürnberg und Ansbach auf. Als Nahverkehrszüge pendelten auf diesem Abschnitt fortan meist E-Loks der Baureihen 110 bis 112 mit 4 bis 5 Silberlingen und Steuerwagen. Die Güterzüge in Ost-West-Richtung wechselten in Ansbach die Lokomotiven, aber die Schnell- und Eilzüge von Stuttgart und Heilbronn nach Nürnberg fuhren weiter­hin mit Dieselloks bis Nürnberg durch.

Dombühl-1985

Gerhard Schneider besuchte Dombühl im Frühjahr 1985:
Die Oberleitung für den elektrischen Betrieb hing schon und im südlichen Bahnhofsbereich fuhren noch Personenzüge. Auf Gleis 4 wurde der Akkutriebwagen 515 014 mit Gepäck Richtung Dinkelsbühl beladen, daneben wartete 515 009.
 

Zwischen Ansbach und Crailsheim pendelten noch bis etwa 1975 Schienenbusse für den Nahverkehr. Dann ersetzte die DB sie durch Straßenbusse und schloss die Stationen Schalkhausen, Lengenfeld, Neunkirchen, Büchelberg und Zumhaus.

In Leutershausen-Wiedersbach, Dombühl, Schnelldorf und Ellrichshausen hielten nur noch einige Eilzüge. Auf die dadurch stark rückläufige Nachfrage reagierte die DB auch mit deren Schließung bis 1990. Nur dem Bahnhof Dombühl blieb dieses Schicksal dank dem Widerstand der Lokalpolitiker erspart. 2005 setzten sie auch die Reaktivierung von Schnelldorf durch.   

Am 19. Mai 1985 verlängerte die DB den elektrischen Betrieb über Ansbach und Crailsheim bis Goldshöfe (bei Aalen). Seither können Züge mit elektrischen Loks von Nürnberg nach Stuttgart durchfahren. Leider stellte die DB aber gleichzeitig den Personenverkehr zwischen Dombühl, Dinkelsbühl und Nördlingen ein.

Im Bundesverkehrswegeplan (BVWP) 1985 sollte die Ausbaustrecke Nürnberg - Stuttgart durch Linien-verbesserungen und Signalanpassungen für bis zu 200 km/h ausgebaut werden. Der folgende BVWP 1992 enthielt das Projekt aber nicht mehr – durch die deutsche Wiedervereinigung hatten sich die Prioritäten geändert.  

Das Verkehrsaufkommen ist sehr unterschiedlich: Ansbach zählt noch zum erweiterten Großraum Nürnberg. Seit 2010 fahren für den starken Binnenverkehr Triebzüge der Baureihe 442 (Bombardier Talent 2) als S-Bahnen im 20- bis 40-Minuten-Takt nach Nürnberg.  

Westlich von Ansbach ist die Region dünn besiedelt. Bis Ende 2017 gab es nur stündliche Personenzüge nach Crailsheim, und zwar IC und RE abwechselnd. Die IC hielten unterwegs nicht und wurden im Binnenverkehr wenig genutzt, weil tarifliche Sonderangebote wie die Ländertickets und Verbundfahrkarten dort nicht galten.

Die RE hielten in Dombühl (immer auf Gleis 1) und Schnelldorf (an zwei neuen Außenbahnsteigen). Bis Februar 2017 waren dafür E-Loks der Baureihen 111 oder 143 mit umgebauten „Silberlingen“ unterwegs. Seither meistens E-Loks der Baureihe 114 mit Doppelstockwagen.

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Am 6.12.08 wartete 798 522 der Bayernbahn als Advents-Sonderzug nach Dinkelsbühl in Dombühl. Der Bahnhof präsentierte sich etwa 25 Jahre lang unverändert mit nördlichen Seitenbahnsteigen für die Gleise 1 und 2 sowie einem Mittelbahnsteig zwischen Gleis 3 und 4.  

 

2. Planung und Bau der S4 Ansbach - Dombühl   

Flyer vom November 2016

Am 7.10.09 vereinbarten das Bayerische Verkehrsministerium und die Deutsche Bahn AG (DB) die Verlängerung der S-Bahn von Ansbach nach Dombühl. Alle zwei Stunden sollte eine S 4 weiter fahren und zusammen mit den RE einen ungefähren Stundentakt anbieten. Der Landkreis Ansbach verpflichtete sich, in Dombühl mit Busanschlüssen nach Schillingsfürst - Rothenburg und Feuchtwangen - Dinkelsbühl  für zusätzliche Nachfrage zu sorgen.

Im Februar 2017 informierte die DB auf drei Veranstaltungen in Leutershausen, Dombühl und Feuchtwangen die Bevölkerung über die bevorstehenden Bauarbeiten. Die wesentlichen Informationen fasste sie in einem Flyer zusammen. (Der ganze Flyer ist 300 KB groß.)

Unten der Bericht der Fränkischen Landeszeitung vom ersten Spatenstich. (Der ganze Artikel ist 730 KB groß.)

Ursprünglich sollte die S4 ab Dezember 2013 Dombühl ansteuern. Die DB verzögerte die Planungen aber immer wieder. Erst am 23.3.17 traf sich die politische Prominenz zum symbolischen ersten Spatenstich in Leutershausen-Wiedersbach. Die „richtigen Bauarbei-ten“ gingen sogar erst im April 2017 los. Am auffälligsten war eine große Baugrube in Dombühl neben dem Em-pfangsgebäude. Dort wurde die neue Fußgängerunterführung vormontiert.

Vom 19. bis 23. Juni sperrte die DB die 46 km von Ansbach nach Crailsheim für die Arbeiten an den beiden neuen Sta-tionen komplett. Ohne Beeinträchtigung durch den Zugverkehr ging das schneller und billiger: In Wiedersbach stellte sie in dieser Woche die beiden 170 Meter langen Außenbahnsteige im Rohbau fertig.

In Dombühl schob die DB die neue Fußgängerunterführung ein. Auf einer Gleitbahn „schwebte“ das rund 23 Me-ter lange und 430 Tonnen schwere Bauteil in die richtige Position.

  FLZ zum ersten Spatenstich

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Der Bericht der Fränkischen Landeszeitung vom 14.6.17 ist 450 KB groß.
 

Die Betriebsruhe wurde auch genutzt, um neue Weichen einzu-bauen und die südliche Hälfte des Bahnhofs „abzuräumen“. 

Wo früher die Gleise 4 und 5 lagen, blieb nur noch eine große Schotterwüste. Im August wurde das Gleis 4 etwa einen Meter weiter südlich neu verlegt. Den vergrößerten Abstand zum Gleis 3 braucht die DB für einen 170 Meter langen und 76 cm hohen neuen Mittelbahnsteig. 

In Ansbach wurde zudem die Signaltechnik für schnellere Aus-fahrten aus Gleis 1 nach Dombühl angepasst. Das ermöglicht kürzere Fahrzeiten für die S 4.

 

3. Die Bauarbeiten in Leutershausen-Wiedersbach 

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Wiedersbach am 12.12.17
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In Wiedersbach baute die DB das Überholgleis 3 ab, um Platz für den neuen Bahnsteig nach Osten zu schaffen. Die Gleise und Oberleitungsanlagen passte sie an.

Der reaktivierte Haltepunkt bietet wenig Aufregendes, weil die Züge einfach richtungsgebunden an den neuen Außenbahnsteigen halten. Über die Gleise geht man auf einer vor etwa 20 Jahren (nach der Schließung des Bahnhofs) erbaute Fußgängerbrücke.

Probleme macht noch ein altes Bahngebäude nördlich der Gleise, das einer attraktiven Busstation weichen soll. Die Stadt Leutershausen zögert, das Gelände von der DB zu kaufen, weil sie erhebliche Folgekosten durch Altlasten fürchtet. Die DB reagiert nur selten auf Anfragen der Stadt und hat offensichtlich kein Interesse daran, mit guten Busanschlüssen mehr Fahrgäste in die Züge zu bekommen. In der örtlichen Presse erschienen regelmäßig Artikel dazu. 

 

Die Bilder der linken Spalte entstanden mit Blick Richtung Ansbach:

61 = „Nachschuss“ auf einen RE am 30.5.17. Die neuen Bahnsteig-kanten standen schon, und am rechten Bildrand kümmerte sich ein Trupp um die Verkabelung Richtung Nürnberg.blank62 = Detailansicht von dem Bautrupp, den man auf Bild 61 am rechten Bildrand sieht.blank63 = 120 147 zog am 30.5.17 einen IC nach Karlsruhe durch Leutershausen-Wiedersbach. blank64 = 114 017 fuhr am 18.7.17 mit einem Doppelstock-RE zwischen den fertigen Bahnsteigen durch.

67 = Am 17.10.17 fuhr der IC „Steuerwagen voraus".blank65 = Blick auf die fast fertigen Bahnsteige am 18.7.17. blank66 = Am 18.10.17 war der Graben am rechten Bildrand verfüllt. blank68 = 120 105 fuhr am 12.12.17 mit einem IC nach Karlsruhe durch den zwei Tage zuvor eröffneten Haltepunkt. blank69 = 114 035 hielt mit dem RE nach Stuttgart am 12.12.17 am neuen Bahnsteig.

 

Die Bilder 71 bis 75 rechts entstanden mit Blick Rich-tung Dombühl. Die Bilder 76 bis 79 zeigen die Südseite des neuen Haltepunkts: 

blank71 = Blick nach Westen am 10.3.15: Die Weiche nach Gleis 3 und das Überholgleis selber lagen noch und das Ausfahrsignal Richtung Dombühl zeigte "Hp00" = Zug- und Rangierfahrten verboten.blank72 = Am 30.5.17 lag die Weiche nach Gleis 3 noch, das Gleis war aber schon weg.

73 = Am 18.7.17 war auch die Weiche weg, rechts stand dafür eine Aufenthaltsbude für die Bauarbeiter.blank74 = Blick durch die Fußgängerbrücke auf die neue Treppe, die zum Bahnsteig Richtung Nürnberg führt.blank75 = 745 702 rollte am 19.9.17 allein durch Wiedersbach. Die vierachsige Diesellok wurde 1965 von der Deutschen Reichsbahn als 110 661 in Dienst gestellt und gehört seit 2011 dem tsche-chischen Unternehmen Metrans.blank76 = Blick auf die neue Treppe, die für den Bahnsteig Richtung Nürnberg in den Hang gebaut wurde. (18.10.17)  blank77 = Blick auf die Südseite der Gleise vor Beginn der Bauarbeiten. Links der Zugang zur Treppe über die Gleise.blank78 = Erst relativ spät begann die Stadt Leutershausen mit dem Bau der Parkplätze südlich vom neuen Haltepunkt. Am 19.9.17 wurde die benötigte Fläche ausgebaggert.blank79 = Am 12.12.17 war der neue Parkplatz zwar noch nicht ganz fertig. Die ersten Pendler nutzten ihn aber schon.   

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Wiedersbach am 30.5.17
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Wiedersbach Südseite am 30.5.17
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Wiedersbach Südseite am 19.9.17
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Wiedersbach Südseite am 12.12.17

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4. Die Bauarbeiten in Dombühl (Ostseite) 

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In Dombühl baute die DB einen neuen  Mittelbahnsteig, den man nur durch die neue Unterführung erreicht. Zunächst muss man dazu immer die Treppen hinunter und wieder hinauf steigen. Denn die Aufzüge werden erst im Lauf des Jahres 2018 fertig. Die DB passte zudem Gleise, Weichen und Oberleitungen an.

Der Betrieb ist abwechslungsreicher als in Wiedersbach: Nur noch die RE nach Stuttgart halten am (nicht modernisierten!) „Hausbahnsteig“ neben Gleis 1. Durch das bahnsteiglose Gleis 2 fahren (wie bisher) IC und Güterzüge Richtung Stuttgart.  

Am meisten Betrieb gibt es auf Gleis 3, dort fährt alles, was von Westen kommt: Die RE halten am neuen Bahnsteig, IC und Güterzüge rasen mit bis zu 120 km/h durch.  

Die S-Bahn von Osten fährt zweistündlich über eine neue Weichenverbindung nach Gleis 4 und wendet dort. Nach 32 Minuten Standzeit geht es zurück nach Nürnberg. Da die Nebenbahn nach Dinkelsbühl (wie schon vor dem Umbau) nur eine Verbindung nach Gleis 4 hat, ist sie in dieser Zeit quasi „ausgesperrt“. Platz für ein weiteres Gleis ist vorhanden. Er wird aber nur genutzt, wenn man sich definitiv für die Reaktivierung des Personenverkehrs entscheidet.  

Die Marktgemeide Dombühl erwarb das ziemlich heruntergekommene Empfangsgebäude. Sie will es bis 2020 renovieren und einen Dorfladen für die Nahversorgung mit Lebensmitteln darin einrichten. 

 

01 = 120 110 fuhr vor den Bauarbeiten mit einem IC nach Karlsruhe durch Dombühl. Rechts das Gleis Richtung Dinkelsbühl. blank02 = Im Juni 2017 lag Gleis 4 mit dem Abzweig nach Dinkelsbühl noch, war aber schon gesperrt.  blank03 = 111 019 schob am 18.7.17 den RE aus Stuttgart aus Gleis 1 nach Osten. Das Planum von Gleis 4 war leergeräumt. blank04 = 101 012 schob am 18.7.17 den IC nach Nürnberg mit 40 km/h durch Gleis 1. Nördlich davon hatte die DB den Lagerplatz für Baumaterialien eingerichtet. .blank05 und 06 = Ende August waren die Arbeiten für das neue Gleis 4 in vollem Gang. Gleis 3 war gesperrt und wurde für die Baustoff-Transporte zum neuen Bahnsteig genutzt.blank07 = Letzte Restarbeiten östlich vom neuen Bahnsteig am 19.9.17. blank08 = Blick auf die neuen Weichen von Ansbach und Dinkelsbühl nach Gleis 4 am 18.10.17. blank11 = 152 159 fuhr 8 Monate vor Baubeginn am 16.8.16 mit einem Güterzug durch Gleis 3 nach Nürnberg. Trotz Gegenlicht brauchte der Lokführer keinen Sonnenschutz. blank12 = Am 16.6.17 hatte die DB südlich von Gleis 3 alles abgerissen.  blank13 = Blick über die Steinwüste auf das Empfangsgebäude am 18.7.17. blank14 und 15 = Ende August waren der neue Inselbahnsteig und das nach Süden verschobene Gleis 4 im Bau. blank16 = Der neue Bahnsteig war am 19.9.17 fast fertig. Die Züge nach Nürnberg konnten wieder durch Gleis 3 fahren. Am linken Bildrand wurde die alte Bahnsteigkante von Gl. 5 wieder freigelegt. blank17 = Am 18.10.17 waren alle Gleis- und Signalbauarbeiten abgeschlossen. 185 247 fuhr mit einem Güterzug nach Nürnberg durch Gleis 3. blank18 = 120 137 fuhr am 16.11.17 mit einem IC nach Karlsruhe durch den fast fertigen Bahnhof Dombühl. Nur noch an und in der Unterführung waren Arbeiter beschäftigt.  

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5. Die Bauarbeiten in Dombühl (Westseite) 

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Kein Schmuckstück ist das Dombühler Empfangs-gebäude. Von April bis Dezember 2017 fanden unmittelbar davor umfangreiche Bauarbeiten statt:

 blank32 = Am 19.5.17 lag westlich vom Empfangsgebäude schon ein großes Loch, in dem die neue Bahnsteigunterführung zusammengebaut wurde. blank33 = Der Linienbus nach Schillingsfürst fuhr am 19.5.17 neben der Baustelle ab .blank34 = Am 16.6.17 nah die neue Bahnsteigunterführung schon deutlich sichtbar Konturen an.blank35 = Nach der einwöchigen Streckensperrung hatte die neue Bahnsteigunterführung ihren endgültigen Platz erreicht. (18.7.17)blank36 = Am 19.9.17 war die Baugrube neben dem Empfangsgebäude wieder aufgefüllt. Die Treppe am Bildrand war aber erst im Rohbau fertig. blank37 = Der Platz neben dem Empfangsgebäude war am 16.11.17 schon teilweise gepflastert. Die Unterführung und der Aufzug dahinter hatten auch schon eine Überdachung bekommen.Über dem Eingang hängt immer noch das alte Bundesbahn-Logo!


Wenig Veränderungen gab es im westlichen Weichen-bereich. Die Bauarbeiten reichten nur bis zum Aus-fahrsignal von Gleis 4.

41 = 111 046 schob am 16.6.17 einen RE nach Stuttgart „auf Hp2“ aus Gleis 1. Links das für die Bauarbeiten „abgeklemmte“ Gleis 4.   blank43 = 114 027 schob am 19.9.17 den RE nach Stuttgart aus Gleis 1. Das neue Gleis 4 war schon angeschlossen, aber noch gesperrt. blank42 = Ein Zwei-Wege-Bagger transportierte Material für den neuen Bahnsteigbelag zum westlichen Bahnsteigende. (19.9.17)

 

 

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6. Inbetriebnahme und feierliche Eröffnung   

Rund 10 Millionen Euro hat die DB für die Verlängerung der S 4 investiert. Am 10.12.17 war es dann endlich so weit und der Bahnhof Dombühl nahm wieder seine Funktion als Nahverkehrs-Drehscheibe zwischen Ansbach, Crails-heim, Rothenburg und Dinkelsbühl auf.

Die neuen Stationen gingen wie geplant zum Fahrplanwechsel in Betrieb. Am frühen Sonntagmorgen fuhr Lokführer Hackeneis mit einem leeren S-Bahn-Triebwagen nach Dombühl.

Dort stiegen eine Handvoll Eisenbahn-freunde in historischen Gewändern ein. Ohne weitere Feierlichkeiten startete dann um 5.14 Uhr die erste offizielle Fahrt über Ansbach nach Nürnberg, das man um 6.13 Uhr erreichte.

Zeitgleich wurde das Busangebot erheb-lich ausgeweitet: In Dombühl bestehen stündliche Anschlüsse über Feucht-wangen nach Dinkelsbühl und über Schillingsfürst nach Rothenburg/Tauber. Insingen wird zweistündlich angebunden.

In Wiedersbach gibt es Busanschlüsse zum Zentrum von Leutershausen. Ab Dezember 2018 sollen dort noch weitere Buslinien hinzukommen.  

Nebenan der Bericht der Fränkischen Landeszeitung zum ersten Betriebstag. (Der ganze Artikel ist 650 KB groß.)

  FLZ zur Inbetriebnahme am 111217

 

S-Bahn eingeweiht 211217  

Die feierliche Eröffnung fand erst acht Tage später am 18.12.2017 statt. Dazu startete der S-Bahn-Triebwagen 442 729 um 11.15 Uhr in Ansbach nach Dombühl. Dort begrüßten ihn eine Musikkapelle und etwa 100 Schaulustige.

Der bayerische Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann taufte den Triebwagen auf den Namen "Dombühl". Danach gab es im Festzelt auf dem Bahnhofsvorplatz Bratwürste für alle. Die zahlreich anwesenden Politiker hoben in ihren Fest-reden die Vorteile hervor, welche die neue S-Bahn und die guten Busanschlüsse für Bevölkerung und Besucher bringen.

„Wir haben 40 % der Baukosten vübernommen. Das ist eine gute Investition in die Region, denn wir bestellen zusätzlich rund 170.000 Zug-Kilometer jährlich, um Leutershausen und Dombühl  anzubinden“ betonte Herrmann.

Der Ansbacher Landrat Dr. Jürgen Ludwig ergänzte: „Mit dem neuen Buskonzept knüpfen wir an das verbesserte Zugangebot an. In Leutershausen und Dombühl gibt es nun Anschlüsse in viele Städte und Gemeinden, die nicht direkt an der Bahnstrecke liegen. Mit einer Mischung aus Linienverkehr und Rufangeboten schaffen wir auch abends und am Wochenende stündliche Verbindungen Richtung Ansbach und Nürnberg sowie zurück. Das Angebot im Öffentlichen Personennahverkehr wird damit deutlich ausgeweitet.“

Nebenan der Bericht der Woche im Blick zur feierlichen  Eröffnung. (Der ganze Artikel ist 560 KB groß.)


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Wiederbach Bruecke
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Wiedersbach-Treppe

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81 bis 83 = Impressionen von der feierlichen Eröffnung am 18.12.2017 in Dombühl.blank85 = Montag bis Freitag von 8 bis 15 Uhr fahren Solo-Triebwagen auf der S4. 442 230 blieb daher in Leutershausen-Wiedersbach als Zugspitze unter der Brücke stehen.

86 = 120 105 fuhr am 12.12.17 wenig später mit einem IC nach Karslruhe in der Gegenrichtung unter der Brücke durch.blank87 = Blick auf das neue Wartehäuschen an Gleis 2 mit dem defekten Fahrkartenautomaten am 12.12.17.

91 und 92 = Der neue östliche Weichenbereich in Dombühl, 442 722 am 18.12.17 und "Nachschuss" auf 442 223 am 10.12.17. blank93 und 94 = Blick nach Westen auf den neuen Bahnsteig, 442 244 am 10.12.17 und "Nachschuss" auf 442 222 am 18.12.17.

95 und 96 = Links der Treppenabgang und rechts der noch nicht funktionierende Auzug. Wenn die S4 in Doppeltraktion fährt, müssen die Züge bis ans Bahnsteigende vorziehen. (10.12.17)     

 

Probleme gab es in den ersten Wochen vor allem in Ansbach und Wiedersbach: In der mittelfränkischen Hauptstadt mussten sich die Fahrgäste erst daran gewöhnen, dass nicht mehr alle Züge von Gleis 1 Ost nach Nürnberg fahren. Und im Leutershäuser Stadt-teil schaffte es die DB erst Mitte Januar, den einzigen Automaten an Gleis 2 zum Funktionieren zu bringen.  

Eine Überraschung gab es um die Jahreswende: Als ein IC nach Stuttgart liegen blieb, verlängerte die DB dafür kurzfristig und unbürokratisch eine S-Bahn als Ersatz bis Crailsheim. Die dafür erforderlichen 76 cm-Bahnsteige gibt es in Schnelldorf und Crailsheim schon. Und da die S4 planmäßig 40 Minuten Wendezeit in Dombühl hat, kam sie sogar rechtzeitig für die Rückfahrt zurück! 

Das ist natürlich Wasser auf die Mühlen der Schnelldorfer Bürgerinitiative, die die Verlängerung der S4 zumindest bis zur Landesgrenze fordert.  Unterstützung erhält sie vom Fahrgastverband PRO BAHN. Der hielt sich lange zurück, weil die BEG die S4-Verlängerung als Konkurrenz zur Reaktivierung Dombühl - Dinkelsbühl ablehnte.

Nachdem aber die Zeipläne für die Reaktivierung  um Jahre gestreckt wurden, sieht PRO BAHN keinen Grund mehr, auf die kurzfristig mögliche S4-Verlängerung nach Crailsheim und den großen Nutzen daraus zu verzichten.

(Alle Fotos schoss Jörg Schäfer)

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